Meine Expedition nach Bermuda

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Eine rechtlich geschützte Marke

120 Ml Ginger Beer + 60 Ml Goslings Bermuda Black Rum + Limetten Schnitz = „Dark and Stormy“

Das ist die Formel, die den Engländern zu verdanken ist. Was ist hier rechtlich geschützt? Wodurch zeichnet sich die Marke aus?

Das Highball Glas wird zuerst mit Eiswürfeln, dann mit Ginger Beer und anschließend vorsichtig mit dem schwarzen Rum gefüllt, sodass dieser über dem Ginger Beer eine Schicht bildet. Nun die Limette über dem Glas zerdrücken. Findet ihr die Bezeichnung Dark and Stormy auf der Karte, so ist der Barkeeper verpflichtet, die Marke Goslings Black Rum zu verwenden.

Der Name Dark N Stormy ist markenrechtlich von der Familie Goslings geschützt. Dieser Familie ist es zu verdanken, dass der erfrischende, leicht scharfe Drink seinen Ursprung auf Bermuda fand.

Die Wörter „dark“ und „stormy“ sind eine Anspielung auf das Wetter. Wenn wir uns das Getränk genau ansehen, sieht es nach rauem Wetter aus, wenn der schwarze Goslings Rum über dem Ginger Beer schwebt. Dies prägt den Begriff und wir wissen nicht, ob dieser Highball ohne dieses Zusammenspiel auf diese Weise existiert hätte.

Goslings Ginger Beer
Bild von Goslings Website

Um noch einen Schritt weiter zu gehen, hat Goslings ihre eigene Ginger Beer Marke kreiert. Tristan Stephanson beschreibt es als  “das einzige Ginger Beer, dass ausschließlich für die Herstellung von Dark ’n‘ Stormy-Cocktails entwickelt wurde”. Die Rum-Revolution des neugierigen Barkeepers, s. 553. Im Jahr 1970 wurde dies markenrechtlich geschützt, so Stephanson.

The Ginger Beer Tale

Die Geschichte zur Entstehung des wahren Ginger Beer, hatte einen Vorfahren, so Donald Yates in seinem Artikel „Ginger Beer And Root Beer Heritage“. Yates erklärt, dass der Vorgänger Mead & Metheglin hieß und beschreibt es folgendermaßen: “Metheglin war eine natürliche kohlensäurehaltiger, hefefermentierter Honig Getränk, welches oft Gewürze enthielt, wie Ingwer, Nelken und Muskatblüte. Es war eine der beliebtesten und längsten überlebende Getränk von Anfang der Kolonialzeit in Amerika.

Ginger Beer wurde mit jamaikanischen Ingwer Wurzeln, spezieller Bierhefe und Zitronen fermentiert und erlangte so den besonderen, pikanten Geschmack und Charakter.

Im Verfahren der Champagnerherstellung wird mit der Flaschengärung das besondere Prickeln erzeugt. Mit dem gleichen Stolz wurde auf ähnliche Art und Weise dem Ginger Beer die Kohlensäure verliehen. Yates erläutert: “Nach dem Brauen wurde das Ginger Beer in Stein Flaschen gegossen, dann verkorkt um das natürliche Aufbrausen aufrechtzuerhalten.” Diese wurde seit 1800 von England zu ihren damaligen Kolonien exportiert, so Yates.

Ginger Beer hat einen signifikanten Unterschied zu aktuellen Produkten auf dem Markt. Keinen Alkohol! Eine natürliche Konsequenz des englischen Gesetzes. Yates erklärt die Einschränkungen, dass “England aufgrund der Verbrauchsteuergesetzes von 1855 forderte, dass nicht verbrauchsteuerpflichtige Getränke weniger als 2% Alkohol enthalten, welches dazu führte Ingwerbier ihre gebrauten Konzentrate (Ingwer, Lakritz, Hopfen, Nelken, Enzian, Zucker, Karamell, Bierhefe & Zitronen Säure) mit kohlensäurehaltigem Wasser zu verdünnen.

So verbleiben uns die bekannten Ginger Beer Marken von Thomas Henry, Fever Tree und andere Sorten. Meine Empfehlung wenn Sie gerne Süßes probieren ist das Bundaberg Ginger Beer aus Australien, dass durch Ingwernoten ergänzt wird. Wenn mehr erfrischende Schärfe in Frage kommt, bietet sich der Thomas Henry Spicy Ginger an.

Habt Ihr Lust auf ein Ginger Beer? Am Ende des Beitrags findet ihr ein DIY refreshing Ginger Beer Rezept von mir.

Eine besondere Flasche

Old Rum in Champagner Flasche
Photo by Goslings Website

“Es war das Jahr 1806, als das Duo, Vater und Sohn von Kent, England, hinaus ins See stach. Sie verbrachten drei verzweifelte Monate damit, den Atlantik zu überqueren, auf einer Reise nach Virginia mit einer Ladung Wein und Spirituosen im Wert von 10.000 Pfund (heute 1,2 Millionen Pfund oder 1,5 Millionen Dollar). Müde, niedergeschlagen und wahrscheinlich ziemlich nass (wenn auch nicht ohne ein steifes Getränk, um die Stimmung zu heben), machten sie sich auf den Weg zum nächsten Hafen, dem St. George’s auf Bermuda.” Stephanson, Tristan. The Curious Bartender´s Rum Revolution, s. 492

Es ist nicht zu übersehen, dass Old Rum, der Ursprung des heutigen Bermuda Black Rum, auf der Flasche etikettiert. Das Vater-Sohn-Duo, das in der obigen Geschichte von Tristan erwähnt wurde, waren William und James Gosling. Das Buch von Stephanson erläutert weiter, dass es sehr typisch für diese Zeit war, verbrauchte Champagnerflaschen zum Nachfüllen zu verwenden. Die Goslings hatten das Glück, Zugang zu Champagnerflaschen der Marine zu erhalten, die auf den meisten Seereisen Champagner genossen. Die Gelegenheit bot sich an, die Champagnerflaschen mit ihrem Familienrezept zu füllen, da sie ein Geschäft auf Bermuda etabliert hatten um ihren eigenen Rum zu verkaufen.

Dieser Stolz der Familie ist heute noch in Champagnerflaschen erhältlich. Typisch ist das schwarze Siegel mit dem Abbild einer Robbe, die ein Fass auf ihrer Nase jongliert, wie auf dem Bild zu erkennen ist. Von meinen Tastings kann Ich berichten, dass der Geschmack sehr ausgewogen ist und hervoragende Noten von Tabak, Vanille, Melasse und einen leichten Hauch von Cognac hervorruft. Ein sehr sättigender Geschmack. Diesen Rum kann man pur genießen aber auch zu einem Dark N Stormy benutzen. Im Grunde ist dieser Rum ein Blend aus Barbados, Jamaika, Guyana & Trinidad. Den Old Rum im Dark N Stormy macht es im Vergleich zu dem gängigen Goslings Black Seal besonders, dass er 16 Jahre gereift ist.

DO IT YOURSELF – Ginger Beer

  • 400g Zucker (100 g für den ersten Schritt zur Seite legen)
  • 2 große Ingwer Knollen (1 Knolle für den ersten Schritt zur Seite legen)
  • 3 Zitronen
  • 1 zylinderförmige Karaffe mit Deckel
  • 3,85 Liter Wasser (350 ml Wasser für den ersten Schritt zur Seite legen)
  • 2 Kardamon Kapseln
  • Einweg-Flaschen mit Swing Top (Die Größe ist euch überlassen)

Schritt 1

Die Karaffe mit dem Wasser auffüllen, die Hälfte der Knolle in die Karaffe fein raspeln und 20 g Zucker dazu geben. Das Wasser umrühren, bis sich der Zucker auflöst und die Karaffe mit dem Deckel verschließen und bei Zimmertemperatur fermentieren lassen. Am nächtsen Tag wieder 20 g Zucker und 1/4 der zweiten Hälfte der Ingwer Knolle in die Karaffe dazu geben, umrühren und den Deckel wieder schließen. Den gleichen Prozess täglich wiederholen und nach 4 bis 6 Tagen erkennt man Kohlensäure in der Karaffe und der erste Schritt ist abgeschlossen.

Schritt 2

1,5 l Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und dann auf sehr niedriger Stufe die zweite Ingwer Knolle in Brunoise (Würfel) schneiden und dazu geben, damit es im Topf für 8 bis 10 Minuten leicht kocht. Danach den Zucker dazufügen damit er sich auflöst. Die Sirup Konsistenz abkühlen und den Saft der Zitronen und die Kardamon Kapseln dazugeben und über Nacht stehen lassen.

Schritt 3

Die Flüssigkeit von der Karaffe zum Sirup dazugeben, jedoch die Sedimente in der Karaffe mit einem sehr feinen Sieb abseihen. Das restliche 1,5 l Wasser in den Topf gießen und umrühren. Es sollten dann etwas mehr 3 Liter Flüssigkeit im Topf haben.

Schritt 4

Das Ganze in Einweg-Flaschen mit Swing Top eingießen, verschließen und bei Zimmertemperatur über ca. 9 Tage gären lassen. Regelmäßig den Druck kontrollieren und entlassen, wenn nötig, da viel Kohlenstoffdioxid produziert wird. Sobald genügend Kohlensäure entstanden ist, die Flaschen im Kühlschrank kühlen und am Besten auf Eis in einem Highball genießen oder mit Gosling Rum und Limette veredeln.

Sante!

Quellenverzeichnis

“Bundaberg Ginger Brew 0,33l Australian Ginger Beer.” XXL-Drinks.de – Getränke & Spirituosen online kaufen, https://www.xxl-drinks.de/softdrinks/ginger-ale/311/bundaberg-ginger-brew-0-33l-australian-ginger-beer. Accessed 3 Feb. 2021.

“Gosling’s Family Reserve Old Rum | Gosling’s Rum.” Goslings Rum, https://www.goslingsrum.com/our-products/family-reserve-old-rum/. Accessed 4 Feb. 2021.

“Spicy Ginger von Thomas Henry für die besten Drinks.” Thomas Henry, https://www.thomas-henry.de/produkte/spicy-ginger/. Accessed 5 Feb. 2021.

Stephanson, Tristan. The Curious Bartender´s Rum Revolution. Ryland Peters & Small, 2017. “das einzige Ginger Beer, dass ausschließlich für die Herstellung von Dark ’n‘ Stormy-Cocktails entwickelt wurde.” “Es war das Jahr 1806, als das Duo, Vater und Sohn von Kent, England, hinaus ins See stach. Sie verbrachten drei verzweifelte Monate damit, den Atlantik zu überqueren, auf einer Reise nach Virginia mit einer Ladung Wein und Spirituosen im Wert von 10.000 Pfund (heute 1,2 Millionen Pfund oder 1,5 Millionen Dollar). Müde, niedergeschlagen und wahrscheinlich ziemlich nass (wenn auch nicht ohne ein steifes Getränk, um die Stimmung zu heben), machten sie sich auf den Weg zum nächsten Hafen, dem St. George’s auf Bermuda.” Stephanson, Tristan. The Curious Bartender´s Rum Revolution, S. 492

“Stormy Ginger Beer | Bermuda | Gosling’s Rum.” Goslings Rum, https://www.goslingsrum.com/our-products/stormy-ginger-beer/. Accessed 4 Feb. 2021.

Yates, Donald. “Ginger Beer and Root Beer Heritage.” Https://Www.Fohbc.Org/Wp-Content/Uploads/2014/07/GingerBeerRootBeerHeritage.Pdf. Accessed 2 Feb. 2021. “Metheglin war eine natürliche kohlensäurehaltiger, hefefermentierter Honig Getränk, welches oft Gewürze enthielt, wie Ingwer, Nelken und Muskatblüte. Es war eine der beliebtesten und längsten überlebende Getränk von Anfang der Kolonialzeit in Amerika.“Nach dem Brauen wurde das Ginger Beer in Stein Flaschen gegossen, dann verkorkt um das natürliche Aufbrausen aufrechtzuerhalten.“England aufgrund der Verbrauchsteuergesetzes von 1855 forderte, dass nicht verbrauchsteuerpflichtige Getränke weniger als 2% Alkohol enthalten, welches dazu führte Ingwerbier ihre gebrauten Konzentrate (Ingwer, Lakritz, Hopfen, Nelken, Enzian, Zucker, Karamell, Bierhefe & Zitronen Säure) mit kohlensäurehaltigem Wasser zu verdünnen.

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