Der Konquistador zweier Nationen

CUBA LIBRE Rezept


CUBA LIBRE
WAYNE CURTIS

And a bottle of Rum, S. 276.


Saft einer halben Limette
60 ml Rum (kubanisch wenn möglich)
120 ml Coca Cola
1 dash Angostura Bitter (optional)
Limetten Schnitz als Garnitur

In einem Highball Glas Limettensaft und Rum vermischen. Mit Eis auffüllen, dann Coca-Cola und Bitter hinzufügen. Mit dem Limettenschnitz garnieren.

Manchmal sind die einfachsten Getränke die besten. In der Tat sind meistens die einfachsten Getränke die besten.

Stephanson, Tristan

Die Entstehung von Soda Wasser & Coca-Cola

  • 1772 Joseph Priestley aus Grossbritannien verwendet Wasser mit Kohlensäure. Ihm ist die Entwicklung von künstlichen Soda zuzuschreiben.

  • 1781 Thomas Henry produziert Soda erstmalig in industrieller Massenfertigung

  • 1886 Der Apotheker John Stith Pemberton erfindet Coca-Cola in Atlanta, indem er die Kokapflanze in Sirup verarbeitet und mit Sodawasser mischt.

    Delicious and Refreshing Photo by Pixabay

    1810 wurde das erste Patent in Amerika ausgestellt, um Sodawasser für die Masse herzustellen und gleich darauf folgte das erste patentierte Konzept eines Soda-Brunnens im Jahr 1819, so Mary Bellis in Ihrem Artikel The History of the Soda Fountain. Weiterhin erklärt Mary Bellis das die Getränkespender mit erfrischenden Getränken auf Sodabasis im 20. Jahrhundert zum Trend wurden, sodass die Apotheken in den Staaten mit Soda-Brunnen ausgestattet waren und damals als legaler Treffpunkt während der Prohibition galten um kohlensäurehaltige Getränke zu genießen.

Rum & Cola

Photo by Fer Padilla

Ein Highball wird als “Die einfachste Form eines Mischgetränks, welcher aus lediglich zwei Zutaten besteht, wie Scotch & Soda oder Wodka und Tonic, die direkt in ein Highball-Glas zum Servieren gegossen werden. Garnituren sind optional, abhängig von den Zutaten im Highball, so dass zum Beispiel ein Gin & Tonic Highball automatisch eine Limettengarnitur bekommt. Im Falle eines Scotchs & Soda wäre ein Zitronen-Twist optional.” von Mardee Haidin Regan beschrieben, Autorin von The Bartenders Best Friend.

Das Gleiche wird im Fall des Rum & Cola in den Staaten und in Kuba mit dem Cuba Libre repliziert. Coca-Cola ermöglicht dies als Konquistador beider Nationen, indem es die Märkte mit dem, durch den Buchhalter von Pemberton, Frank M. Robinson, entwickelten Slogan Delicious and Refreshing” eroberte. Coca-Cola wurde auf der einen Seite als heldenhaftes Elixier und auf der anderen Seite als einfacher Filler zu einem Rum dargestellt. In dem Buch, And a Bottle of Rum, entnahm ich, das die Prohibition von 1920 und der darauffolgende Zweite Weltkrieg dazu führten, das Rum die Aufgabe übernahm, die knappe Verfügbarkeit, aufgrund der Rationierung von anderen Spirituosen, wie Scotch, Gin oder Bourbon, zu decken.

Die karibischen Rumproduzenten nutzten die Gelegenheit, als die Nachfrage in den USA wuchs. Wayne Curtis visualisiert dies mit den folgenden Zahlen: In Puerto Rico, Barbados und Trinidad hat sich die Produktion von Getränkealkohol verfünffacht. 1944 exportierte Puerto Rico 3 Millionen Kisten Rum in die USA. Kuba schickte 5 Millionen. Und selbst die kämpfenden Jungferninseln verschickten 1 Million. And a Bottle of Rum, S. 189. Ich muss jedoch erwähnen, dass Rum, während des Zweiten Weltkriegs, zum größten Teil von kleineren Brennereien produziert wurde. Als Konsequenz daraus folgert Curtis: Ein Großteil des Produkts war auffallend schlecht – nicht gealtert und eilig von nicht in der Praxis befindlichen Brennern hergestellt. Nur wenige tranken diesen Rum nach Wahl[..]. And a Bottle of Rum, S. 189.

Als wäre das Paar füreinander bestimmt, entsteht ein Highball, der den Geschmack von Rum mit Coca-Cola verdeckt und diesen einfach genießbar macht. Dies bestätigen Curtis und andere Zeugen seiner Zeit: Während der Prohibition stellte sich Coca-Cola als praktischer Mixer heraus, um den Geschmack der unteren Ränge von Rum und anderem Alkohol zu maskieren. Nach der Aufhebung gewannen Rum und Cola weiterhin Anhänger im Norden und Westen. And a Bottle of Rum, S. 198

Photo by Yasiel Scull

Die Namensgebung des Cuba Libre ist eine pure Ableitung des Rum & Cola, wenn wir uns, rückblickend auf die Geschichte der Barkultur, zurück in das Jahr 1898, nach Havanna auf Kuba begeben. In diesem Jahr herrschte Krieg zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten, den letztendlich Amerika gewann. Basierend auf Curtis, Stephanson und andere Experten, gibt es eine nachvollziehbare Erklärung zum Cuba Libre, die wie folgt lautet: Woher kam es also? Nun, das Cuba Libre („Freies Kuba“) ist natürlich nach dem kubanischen Unabhängigkeitskrieg benannt[…] Wir können sicher sein, dass dieses Getränk zuvor in Kuba nicht existierte, da Coca-Cola dort erst nach dem Krieg erhältlich war und erst 1899 für den Export abgefüllt wurde…Das Geburtsjahr des Cuba Libre Cocktails wird als 1900 bezeichnet[…] 1900 in einer Bar in Havanna und Zeuge eines Offiziers namens Captain Russell, der einen Bacardi und Coca-Cola auf Eis mit einem Limettenschnitz bestellte. Weitere Soldaten kamen und eine zweite Runde wurde bestellt, zu der die Barkeeper einen Toast auf Por Cuba Libre vorschlugen! das neu befreite Kuba zu feiern. The Curious Bartender´s Rum Revolution, S. 545

Photo by Oleg Magni

Zum Abschluss möchte ich noch einen Teil der Geschichte mit dem Link zum Coca-Cola Museum hinterlassen, welches sich in meiner zweiten Heimat Atlanta befindet. Von meinen Besuchen kann ich berichten, dass es sich wie eine Zeitreise der ersten Coca-Cola bis zu der Verbreitung verschiedener Aromen anfühlt. Interessant sind die Flaschen Manufaktur und auch das Duft Erlebnis. Das Museum in Atlanta ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Quellenverzeichnis

“Collins & Co, Teil 2: Sodawasser & seine Geschichte.” Mixology — Magazin für Barkultur, 9 June 2020, https://mixology.eu/sodawasser-geschichte-collins-serie/.

Curtis, Wayne. And a Bottle of Rum: A History of the New World in Ten Cocktails. 1st ed, Crown Publishers, 2006. In Puerto Rico, Barbados und Trinidad hat sich die Produktion von Getränkealkohol verfünffacht. 1944 exportierte Puerto Rico 3 Millionen Kisten Rum in die USA. Kuba schickte 5 Millionen. Und selbst die kämpfenden Jungferninseln machten 1 Million Fälle aus. And a Bottle of Rum, S. 189. Ein Großteil des Produkts war auffallend schlecht – nicht gealtert und eilig von nicht in der Praxis befindlichen Brennern hergestellt. Nur wenige tranken diesen Rum nach Wahl[..]. And a Bottle of Rum, S. 189. Während der Prohibition stellte sich Coca-Cola als praktischer Mixer heraus, um den Geschmack der unteren Ränge von Rum und anderem Alkohol zu maskieren. Nach der Aufhebung gewannen Rum und Cola weiterhin Anhänger im Norden und Westen. And a Bottle of Rum, S. 198

Inventions, Mary Bellis Inventions Expert Mary Bellis covered, et al. “The Evolution of the Soda Fountain and the Soft Drink Industry.” ThoughtCo, https://www.thoughtco.com/history-of-the-soda-fountain-1992432. Accessed 28 Jan. 2021.

“John Pemberton – Erfinder der Coca-Cola.” Deutscher Apotheker Service, https://www.deutscher-apotheker-service.de/blog/der-deutsche-apotheker-service-stellt-vor-john-pemberton-erfinder-der-coca-cola. Accessed 30 Jan. 2021.

Stephanson, Tristan. The Curious Bartender´s Rum Revolution. Ryland Peters & Small, 2017. Woher kam es also? Nun, das Cuba Libre („Freies Kuba“) ist natürlich nach dem kubanischen Unabhängigkeitskrieg benannt[…] Wir können sicher sein, dass dieses Getränk zuvor in Kuba nicht existierte, da Coca-Cola dort erst nach dem Krieg erhältlich war und erst 1899 für den Export abgefüllt wurde…Das Geburtsjahr des Cuba Libre Cocktails wird als 1900 bezeichnet[…] 1900 in einer Bar in Havanna und Zeuge eines Offiziers namens Captain Russell, der einen Bacardi und Coca-Cola auf Eis mit einem Limettenschnitz bestellte. Weitere Soldaten kamen und eine zweite Runde wurde bestellt, zu der die Barkeeper einen Toast auf Por Cuba Libre vorschlugen! das neu befreite Kuba zu feiern. The Curious Bartender´s Rum Revolution, S. 545

“The Sparkle of Carbonated Water.” Office for Science and Society, https://www.mcgill.ca/oss/article/health-nutrition/lets-have-gas. Accessed 29 Jan. 2021.

Regan, Mardee Haidin. The Bartender’s Best Friend: A Complete Guide to Cocktails, Martinis, and Mixed Drinks. John Wiley & Sons, 2010. “Die einfachste Form eines Mischgetränks, welcher aus lediglich zwei Zutaten besteht, wie Scotch & Soda oder Wodka und Tonic, die direkt in ein Highball-Glas zum Servieren gegossen werden. Garnituren sind optional, abhängig von den Zutaten im Highball, so dass zum Beispiel ein Gin & Tonic Highball automatisch eine Limettengarnitur bekommt. Im Falle eines Scotchs & Soda wäre ein Zitronen-Twist optional.”

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