Eine Serie des Rum Highball

Mein Interview mit Rum

Unser heutiger Gast nahm mich bereits mit auf eine Zeitreise. Wer möchte nicht die Herkunftsgeschichte des karibischen Kompagnon Rum hören?

Seine Geburtsurkunde hat keiner tatsächlich zu sehen bekommen, jedoch ist seine Herkunft vermutlich auf das Inselvolk von Barbados zurück zu führen. Ich habe einiges an Literatur durchforstet, bevor Ich auf den richtigen Pfad gekommen bin und das Buch “And a bottle of Rum” von Wayne Curtis entdeckte. Wayne ortet den genauen Standpunkt der Entstehung von Rum: “Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass hier bereits 1663 ein Destillation Haus Rum produzierte, aber die ersten soliden Beweise ist am 20. Februar 1703 datiert. S. 24

Curtis Wayne, And a bottle of Rum S. 23

Welcher Haus-Rum war das nun? Da stoße Ich auf einen alten Freund, den Mount Gay Rum und mir kam plötzlich die Erkenntnis, dass mir die älteste Rum Destillation unserer Geschichte aus dem Jahre 1663 tatsächlich bereits begegnet war. Als der Hotelkonzern Marriott sich, im Jahr 2018, dem amerkanischen Embargo gegen Kuba beugen musste, konnte kein kubanischer Rum mehr verwendet werden. Es war tatsächlich eine Aufgabe diese für die Newman´s Bar im Ritz auszutauschen. Da Mount Gay und ich schon zuvor Bekanntschaft gemacht haben, fiel mir die Entscheidung für einen neuen Haus-Rum, als Ersatz für den Havana Club, recht einfach.

Zurück zur eigentlichen Geschichte. Als die englischen Kolonialisten der damaligen Zeit, einen großen Profit mit der industriellen Produktion von Zucker auf Barbados und den Nachbarinsel wie Jamaica erwirtschafteten, entstand ein Trend für den Anbau von Zuckerrohr. Ein großer Nachteil war die Ausbeutung der unzähligen Sklaven aus Afrika. Sie lebten unter schwierigen Bedingungen auf den Zucker Plantagen und wurden dort zu harter Arbeit gezwungen. Bei der Produktion von Zucker entsteht Melasse als Nebenprodukt. Dies führt mich direkt zur Definition von Rum. Stanley Clisby Arthur im Jahr 1938 und Wayne Curtis in 2006 geben in ihren Büchern die gleiche Definition an. Mir gefällt die aus dem Buch Famous New Orleans drinks and How to mix´em von Stanley Clisby Arthur: “Wahrer Rum ist ein Spiritus, der aus Dunder und Melasse destilliert wird. S 59. Dunder sind die Überreste von Zuckersiede und Wasser aus dem gewaschenen Zucker Produktions Tank.

Wenn man jedoch bedenkt, dass niemand eine Geburtsurkunde fand, stellt sich mir die Frage, wer dem Rum den Namen verliehen hat. Laut einem Zitat entstand dieser bei einem Besuch auf einer Insel im Jahr 1652: “Der Haupt Trank, den sie auf der Insel machen, ist Rumbullion, alias Kill-Divil, und das besteht aus Zuckerrohr …Curtis, Wayne’s Buch And a bottle of Rum, S. 24. Aus dem Begriff Rumbullion, beschreibt Stanley Clisby Arthur in seinem Buch, dass der Name daraus zu Rum abgekürzt wurde.

Nun wisst ihr es, ihr Rum Liebhaber oder die, die gerne Rum basierte Cocktails genießen und einen tiefen Blick in das Glas werfen und seinen Namen würdig den anderen Spirituosenarten gleichstellen.

Der Rickey

Gerne möchte ich jedoch den Übergang zu dem Highball leiten, und zwar mit dem Rickey. Wir greifen zurück auf ein stillvolles Barbuch aus dem Jahr 1931 Ol Waldorf-Astoria Bar Days von Albert Stevens Crockett.

Unter dem Titel Gin Rickey Invented, schreibt der Crockett, dass der Gin Rickey durch einem Bartender in der Shoemaker´s Bar erfunden wurde – “durch das Auspressen von Limetten in Gin und das Abspritzen des Ergebnisses mit einem Siphon.so Crockett, Stevens Albert S. 39. Weiterhin beschreibt er, dass der Drink zum Verkosten einem seiner Stammkunden und auch Lobbyist Colonel Joe Rickey gereicht wurde. Das Getränk gefiel dem Colonel so sehr, dass er sofort nach einer Zugabe fragte. Daraufhin wurde der Drink ca. 1880 auf den Namen Rickey getauft. Vergleichbar mit dem Collins, der ursprünglich auch mit Gin als Basis serviert wurde, entwickelten sich andere Collins Arten mit anderen Basisspirituosen, wie z.B. Rum oder Whiskey. Dem Rickey erging es genauso und es ergab sich die Gelegenheit verschiedene Rezepturen zu präsentieren.

Die Definition von einem Rickey: “Ein Getränk aus einer Basisspirituose, Limettensaft und Club Soda, das über Eis in einem Highball-Glas serviert wird, mit einem optionalen Limette zum Garnieren.” so Regan, Mardee Haidin aus The Bartender´s Best Friend, S. 9936. Eine Rezeptur des Rickey ist von Stanley Clisby Arthur in seinem Buch Famous New Orleans drinks and How to mix´em im Bild illustriert.

Klassische Rezepte aus “And a bottle of Rum von Wayne Curtis

Stone Fence – 60 ml dunkler Rum, 60 ml Cider, Orangen Zeste als Garnitur, (Ursprünglich mit Whiskey)

Rum Collins – 45 ml weißer Rum, 15 ml frischer Zitronensaft, 15 ml Zuckersirup, 140 ml Club spritziges Wasser, Orangenscheibe und Maraschino Kirsch als Garnitur

Planter´s Punch – 90 ml jamaikanischer Rum, 30 ml Zuckersirup, 60 ml frischer Zitronensaft, 3 Dashes Angostura Bitters, spritziges Wasser zum auftoppen, Tropischen Frucht als Garnitur

Cuba Libre – 60 ml kubanischer Rum, 15 ml frischer Limettensaft, 120 ml Coca Cola, 1 Dash Angostura Bitters und Limette als Garnitur

Dark and Stormy – 60 ml Gosling’s Rum, 120 ml Ginger Beer, Limette als Garnitur

Wer die aktuellen Trends für Rum wissen und ausprobieren möchte, findet diese in meinen Abschnitt “Trends. Bleibt gespannt bis zu meinem nächsten Beitrag – “Mojito? You should try it. said James Bond.

Quellenverzeichnis

Arthur, Stanley Clisby. 1938 Famous New Orleans Drinks and How to Mix’em (3rd Printing) . https://euvs-vintage-cocktail-books.cld.bz/1938-Famous-New-Orleans-Drinks-and-how-to-mix-em-3rd-printing-by-Stanley-Clisby-Arthur/12. Accessed 25 Dec. 2020.“Wahrer Rum ist ein Spiritus, der aus Dunder und Melasse destilliert wird.” S. 59

Crockett, Albert Stevens. 1931 Old Waldorf Bar Days. https://euvs-vintage-cocktail-books.cld.bz/1931-Ol-Waldorf-Astoria-Bar-Days-by-Albert-Stevens-Crockett/6. Accessed 23 Dec. 2020. “durch das Auspressen von Limetten in Gin und das Abspritzen des Ergebnisses mit einem Siphon.” S. 39

Curtis, Wayne. And a Bottle of Rum: A History of the New World in Ten Cocktails. 1st ed., Crown Publishing Group, 2007. “Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass hier bereits 1663 ein Destillation Haus Rum produzierte, aber die ersten soliden Beweise ist am 20. Februar 1703 datiert.” S. 24 „Der Haupt Trank, den sie auf der Insel machen, ist Rumbullion, alias Kill-Divil, und das besteht aus Zuckerrohr…” S. 24

Regan, Mardee Haidin. The Bartender’s Best Friend: A Complete Guide to Cocktails, Martinis, and Mixed Drinks. 2010. “Ein Getränk aus einer Basisspirituose, Limettensaft und Club Soda, das über Eis in einem Highball-Glas serviert wird, mit einem optionalen Limette zum Garnieren.“ S. 9936

Curtis, Wayne. And a Bottle of Rum: A History of the New World in Ten Cocktails. 1st ed., Crown Publishing Group, 2007. Klassische Rezepte aus “And a bottle of Rum“ von Wayne Curtis; Stone Fence – 60 ml dunkler Rum, 60 ml Cider, orangen Zeste als Garnitur, (Ursprünglich mit Whiskey); Rum Collins – 45 ml weißer Rum, 15 ml frischer Zitronensaft, 15 ml Zuckersirup, 140 ml Club spritziges Wasser, Orangenscheibe und Maraschino Krisch als Garnitur; Planter´s Punch – 90 ml jamaikanischer Rum, 30 ml Zuckersirup, 60 ml frischer Zitronensaft, 3 dashes Angostura Bitters, 140 Ml spritziges Wasser, Tropischen Frucht als Garnitur; Cuba Libre – 60 ml kubanischer Rum, 15 ml frischer Limettensaft, 120 ml Coca Cola, 1 dash Angostura Bitters und Limette als Garnitur; Dark and Stormy – 60 ml Gosling’s Rum, 120 ml Ginger Beer, Limette als Garnitur

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