Eine Serie des Gin Highball

Sir Gin und sein Begleiter Mr. Tonic

Werfen wir einen Blick auf den Lebenslauf von Gin und Tonic, denn sicherlich fließen ihre Highlights in die Entwicklung eines Gin Highball ein. Beide hatten eine ähnliche Entstehungsgeschichte, weshalb es auch zu einer harmonischen Freundschaft durch ein Gefühl von Freiheit und Würde kam, die uns bis heute wie ein Magnet anzieht. Denn dieses modische Erfrischungsgetränk, dass wir heute als einen Highball oder Longdrink bezeichnen, diente, getrennt in die einzelnen Bestandteile, der Medizin als Wunderheilmittel. 

Bild von Kim Daniels

Nehmen wir den Gin kurz unter die Lupe, dessen Geburt im 16. Jahrhundert wir einem Doktor namens Franciscus Sylvius de la Boe zu verdanken haben. Mark Russell beschrieb: “Er (de la Boe) stellte fest, dass Wacholderbeeröl gegen Magen-und Nierenleiden helfen konnte und setzte es erfolgreich zur Behandlung ein.” 

Man wundert sich wie der Name Gin entstand. Die Literatur deutet auf das Wort “Dutch Courage” welches durch politisch geplagte Kriege zwischen England und Holland entstanden sei, beschrieb Mark Russell in ‚Eine Kurze Geschichte des Gins‘. Der Genever, bezeichnet von Engländern als Geneva, sei durch diese Kriege nach Großbritannien gekommen. Er habe dort die Abkürzung ‚Gen‘ angenommen und sich zum heutigen englischen Wort ‚Gin‘ entwickelt. 

Woher kam die Inspiration zum Tonic, den wir als Begleiter von Gin sehr schätzen?

Laut der Definition des Oxford Wörterbuchs, bedeutet Tonic: “mit Kohlensäure und Chinin versetzte, leicht bitter schmeckende Limonade, die zum Verdünnen von hochprozentigen alkoholischen Getränken, verwendet werde.” Hier spielt die Entwicklung der Limonade eine wichtige Rolle als Verbindung zum Highball. Ähnlich wird dies bereits 1938 von Stanley Clisby Arthur in der Definition über Highball in seinem Buch “Famous New Orleans Drinks and how to mix´em beschrieben: “Das Wörterbuch über Highball: Ein Longdrink mit verdünnten Spirituosen, serviert in einem hohen Glas.” (Siehe Bild)


New Orleans Drinks and how to mix´em, 1938 Stanley Clisby Arthur (Highballs Rezeptur)

Die Verbindung zur ähnlichen Entstehung von Gin, hängt mit Chinin als Heilmittel für Malaria zusammen. Ende des 17. Jahrhundert sei Chinin auf verschiedenste Art und Weise für die britische Marine, hauptsächlich mit Wein, verabreicht worden wie Armin Zimmerman in seinem Artikel, ‚Die wahre Geschichte des Gin&Tonic‘ beschrieb. In dem Buch, ‚Just the tonic: A natural history of Tonic Water‘ von Kim Water und Mark Nesbitt aus dem 17. Jahrhundert wird Chinin als das einzige wirkungsvolle Mittel gegen Malaria beschrieben. Da das Chinin durch die starken Bitterstoffe geschmacklich ungenießbar gewesen sei, vermischte man auch dies mit Wasser, Zucker und Zitronensaft, beschrieb Jörn Gutowski in seinen Artikel ‚Faszination Tonic Water‘. 


Gin Glorious Gin; How Mother´s Ruin Became The Spirit Of London, Olivia Williams (Tonic Patent)

Ab 1780 stellten bekannte Namen wie Thomas Henry und Johann Jacob Schweppe mittels industrieller Massenproduktion Sodawasser her. Im Jahr 1858 folgte der erste patentierte Tonic von Erasmus Bond, nachzulesen im Buch von Olivia Williams, ‚Gin Glorious Gin, How Mother´s Ruin Became The Spirit Of London‘ (siehe Bild 2). Durch die Briten gelang es dem Gin&Tonic seinen Platz in der Familie der Highballs einzunehmen. Zeitgleich dazu erreichten Thomas Henry und Johann Jacob Schweppe, auch das Tonic Water in großen Mengen industriell herzustellen.

Welches eure Lieblings Gin&Tonic ist, sei selbstverständlich euch überlassen. Mein Favorit wäre der Elephant Gin mit einem Fentimans Traditional Tonic Water, da er sehr erfrischend ist und der Gin deutlich hervor sticht.

Fortsetzung folgt im Blog Eintrag: Der umstrittene Collins

Quellenverzeichnis

Arthur, Stanley Clisby. Famous New Orleans Drinks and How to Mix ’em. 1938, pp. 16, 47.
John Collins & Highballs “Das Wörterbuch über Highball: Ein Longdrink mit verdünnten Spirituosen, serviert in einem hohen Glas.”

Gutowski, Jörn.’Faszination Tonic Water– Tryfoods.‘ Tryfoods, 15 July 2018, https://www.tryfoods.de/blogs/blog/faszination-tonic-water. Accessed 19 Dec. 2020

Mark, Russell. GIN: Geschichte – Herstellung – Rezepte. Independently, 2018, pp. 86, 104, 212.
Eine Kurze Geschichte des Gin “Er (de la Boe) stellte fest, dass Wacholderbeeröl gegen Magen-und Nierenleiden helfen konnte und setzte es erfolgreich zur Behandlung ein.”

Nesbitt, Mark, and Kim Walker. Just the Tonic. Royal Botanic Gardens Kew, 2020.

“Tonic Definition – Google Search.” Google, 17 Dec. 2020, https://www.google.com/search?q=tonic+definition&rlz=1C1ASVC_enDE928DE929&oq=tonic+definition&aqs=chrome..69i57j0i22i30l7.3717j1j9&sourceid=chrome&ie=UTF-8.
Tonic “mit Kohlensäure und Chinin versetzte, leicht bitter schmeckende Limonade, die zum Verdünnen von hochprozentigen alkoholischen Getränken, verwendet werde.”

Williams, Olivia. Gin Glorious Gin. Hachette UK, 2014, p. Bild 2.
Erasmus Bond

Zimmermann, Armin. “Die Wahre Geschichte Des Gin & Tonic: Von Wegen Medizin | Mixology — Magazin Für Barkultur.” Mixology — Magazin Für Barkultur, 9 July 2020, https://mixology.eu/wahre-geschichte-gin-tonic-entstehung/.
‚Die wahre Geschichte des Gin&Tonic‘

Hinterlasse einen Kommentar