
Bild von ´´The Real History of Tom Collins (A 3-Minute Read) Autor: Cristie Norman
Um den Collins zu verstehen, sollte man zuerst John Collins kennen lernen. Er war der Head Waiter des gehobenen Limmer´s Hotel in London an der Ecke von George Street W1 und Conduit Street. Hier trafen sich berühmte Persönlichkeiten im exklusiven Garrick Club. Wer Charles Dickens kennt, weiß die Bedeutung der exklusiven Mitgliedschaft, um Zutritt zum Garrick Club zu erlangen, zu schätzen. Er war einer der Mitglieder dieses Etablissements, zu lesen im ‚Imbibe!‘ von David Wondrich.
Doch zurück zu John Collins, dessen Erfindung zu einer Evolution der Highball Spezies geführt hat. Der Collins wird in Mardee Haidin Regan´s Buch ‚The Bartender´s Bestfriend‘ als ein “gemischtes Getränk aus Basis Spirituose, Zitronensaft, einfachem Sirup und Club-Soda, welche in einem mit Eis gefüllten Collins-Glas und frischer Fruchtgarnitur serviert wird” definiert.
Die ursprüngliche Rezeptur des John Collins sei auf das Jahr 1830 datiert, so David Wondrich in seinem Buch ‚Imbibe!‘. Weiterhin beschreibt er, dass die genaue Rezeptur nicht zurückverfolgbar gewesen sei, da niemand die präzise Formel notiert hatte. Wovon David Wondrich und Armin Zimmermann jedoch die Barszene überzeugen konnten ist, dass der Collins definitiv einen Gin Ursprung hat. Zitiert man Armin Zimmermann´s Artikel “Der Collins & seine Anverwandten: Der Gin Punch: In den 1730er Jahren soll die Unterschicht damit begonnen haben, einen Punch mit Gin zuzubereiten. Doch damit war Gin noch immer nicht gesellschaftlich allgemein akzeptiert, denn wer es sich leisten konnte, bevorzugte beispielsweise importierten holländischen Genever oder französischen Cognac. Dies änderte sich erst im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts, und schließlich wurde Gin auch von der vornehmeren Gesellschaft genossen und er in den ehrbarsten Gasthäusern, Clubs, Kaffeehäusern und Offiziersmessen angeboten.”
Konzentrieren wir uns auf die zwei Rezepturen des John Collins, illustriert von Stanley Clisby Arthur (1938) und von Mardee Haidin Regan (2010). Damit wäre die Rezeptur von Stanley Clisby Arthur “falsch”. Meiner Meinung nach wäre “falsch” nicht die passende Wortwahl.

Famous New Orleans Drinks and how to mix´em, 1938 Stanley Clisby Arthur
Es ist plausibel, dass die Rezeptur von Mardee die richtige Formel ist, nach welcher Gin als Wahl der Spirituose gilt.

The Bartender´s Best Friend, 2010 Mardee Haidin Regan
Die Rezeptur wird dementsprechend auch von David Wondrich in seinem Buch von 2007 mit einem Old Tom Gin belegt.

Imbibe!, 2007 David Wondrich (Collins Rezeptur)
Seit 1830 haben auf der anderen Seite des Atlantik, nämlich in Amerika, der Highball und sein enger Verwandter Collins verschiedene Namen und Rezepturen entwickelt, die auch andere Interpretationen des John Collins zulassen. Ein Beispiel von Stanley Clisby Arthur: “Dann gibt es Rum Collins oder “Charley Collins”, der seinen Weg von Kuba nach New Orleans gefunden hat. Um dies zu machen, ersetzen Sie kubanischen Rum, Bacardi oder ähnliche Marken(…)” Seite 47.
Ein Hoch auf den John Collins, dem zu Ehren der Gin als Basis Spirituose weiterhin erhalten bleiben sollte. Die passende Gin Sorte bei eurem nächsten Barbesuch, bleibt dabei euch überlassen. Fällt die Wahl auf einen Old Tom Gin, dann macht einen Tom Collins daraus.
Ich verwende gerne Gin Sul. Hier habe ich euch eine meiner Lieblings-Kreationen mitgebracht, welche ich mal auf der Karte des Ritz Carlton Wolfsburg veröffentlicht habe:
Gin Sul, Galliano L´Autentico, Bergamot, Bitter Truth Bogarts, Holunder Likör und Fever Tree Lemon Tonic anstatt Soda Wasser. Wie bei einem Collins wird hierzu auch die Stiring Methode im Highball oder vorzugsweise einem Collins Glas angewandt.
Klassische Rezepte aus ´´The Bartender´s Best Friend´´ von Mardee Haiden Regan:
John Collins – 60 Ml Gin, 15 Ml frischer Zitronensaft, 15 Ml Zuckersirup, 140 Ml Spritziges Wasser, Zitronenscheibe als Garnitur
Sloe Gin Fizz – 60 Ml Sloe Gin, 30 Ml frischer Zitronensaft, 15 Ml Zuckersirup, 140 Ml Spritziges Wasser, Frucht deines Wahl als Garnitur
Gin Fizz – 60 Ml Gin, 30 Ml frischer Zitronensaft, 15 Ml Zuckersirup, 140 Ml Spritziger Wasser, Zitronenscheibe als Garnitur
Gin Buck – 60 Ml Gin, 140 Ml Gingerale, Zitronenscheibe als Garnitur
French 75 – 60 Ml Gin, 15 Ml Limettensaft, 7 Ml Zuckersirup, 100 Ml Champagner
Gin Rickey – 70 Ml Gin, 30 Ml frischer Limettensaft, 140 Ml Spritziges Wasser, Limettenscheibe als Garnitur
Hugo Ennslin, ein deutscher Immigrant in Amerika, veröffentlichte ein Rezeptur Buch, worin er Bitters und Liköre zum Highball hinzu gab. Die Zugabe kohlensäurehaltiger Filler war weiterhin der Standard. Dies hat die Kreativität heutiger Barkeeper bei der Erstellung der Collins und Highballs weiter gefördert. Collins, Rickey und Buck werden mit der Stiring Methode in einen Collins Glas hergestellt. Im Gegensatz dazu wird bei einem Fizz die Shaking Methode angewandt und dieser in einem kleineren Glas, dem Highball Glas, serviert.
Genießt die Feiertage mit eurer Familie und bleibt gesund. Wir sehen uns im Januar zum nächsten Beitrag! Bleibt gespannt…
Quellenverzeichnis
Arthur, Stanley Clisby. Famous New Orleans Drinks and How to Mix ’em. 1938, pp. 47.
John Collins & Highballs ´´Dann gibt es Rum Collins oder ´´Charley Collins´´, der seinen Weg von Kuba nach New Orleans gefunden hat. Um dies zu machen, ersetzen Sie kubanischen Rum, Bacardi oder ähnliche Marken… ´´
Ensslin, Hugo R. “1917 Recipes for Mixed Drinks by Hugo R Ensslin (Second Edition).” EUVS Vintage Cocktail Books – Library, Made with FlippingBook Online newsletter, 1917, https://euvs-vintage-cocktail-books.cld.bz/1917-Recipes-for-Mixed-Drinks-by-Hugo-R-Ensslin-second-edition/44/.
Norman, Cristie. “The Real History of Tom Collins (A 3-Minute Read) -.” The Online Wine Course | Wine 101 for Beginners-Learn the Basics of Wine, https://www.facebook.com/cristienormansomm/, 6 July 2018, https://theonlinewinecourse.com/2018-7-5-tom-collins-3-minute-read/.
Regan, Mardee Haidin. The Bartender’s Best Friend. Houghton Mifflin Harcourt, 2008, pp. 9870, 5481, 8460, 4561, 4546, 4357, 4570.
´´ein gemischtes Getränk aus Basisspirituose, Zitronensaft, einfachem Sirup und Club-Soda, dass in einem eisgefüllten Collins-Glas mit frischer Fruchtgarnitur serviert wird. ´´ Rezepte: John Collins, Sloe Gin Fizz, Gin Fizz, Gin Buck, French 75, Gin Rickey
“The History of London Hotels.” London Hotels Directory + Maps and Reviews – Hotels in London, https://www.milesfaster.co.uk/information/history-of-london-hotels.htm. Accessed 19 Dec. 2020.
George Street W1 und Conduit Street
Wondrich, David. Imbibe! Updated and Revised Edition. Penguin, 2015.
Collins, Garrick Club, Charles Dickens
Zimmermann, Armin. “Gin Punch: Geschichte Und Herkunft | Mixology — Magazin Für Barkultur.” Mixology — Magazin Für Barkultur, 20 July 2020, https://mixology.eu/gin-punch-geschichte-herkunft-historisch-entwicklung/.
´´Der Collins & seine Arnverwandten: Der Gin Punch: In den 1730er Jahren soll die Unterschicht damit begonnen haben, einen Punch mit Gin zuzubereiten. Doch damit war Gin noch immer nicht gesellschaftlich allgemein akzeptiert, denn wer es sich leisten konnte, bevorzugte beispielsweise importierten holländischen Genever oder französischen Cognac. Dies änderte sich erst im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts, und schließlich wurde Gin auch von der vornehmeren Gesellschaft genossen und er in den ehrbarsten Gasthäusern, Clubs, Kaffeehäusern und Offiziersmessen angeboten. ´´